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Service Kirstätter Coaching

Wie geht der Businesscoach bzw. Gesundheitscoach vor?

12.05.2014

Wie läuft ein Businesscoaching ab? Was passiert beim Gesundheitscoaching? Vom Erstgespräch bis zur Umsetzungsplanung mit Andrea Kirstätter.

Das Erstgespräch

Das Erstgespräch dient dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Abschätzen, ob eine gemeinsame Basis zur Zusammenarbeit möglich ist. Der potentielle Klient beschreibt seine Erwartungen und Vorstellungen an den Coach. Der Coach zeigt seine Möglichkeiten die Grenzen eines Coachings auf. Mögliche Übererwartungen können dadurch gedämpft werden.

In dieser Phase wird geklärt, ob die Voraussetzungen für eine Coaching Zusammenarbeit gegeben sind. Das heißt, haben Coach und Klient eine gemeinsame Wertebasis oder ist es möglich, eine zu schaffen. In Akutfällen kann eine erste Prob- lemsicht vorgenommen werden und der Coach kann mit einem „Cooling-down“ Entlastung schaffen. Dies ist als kompetent und flexibel zu werten. Werden beim Erstge- spräch grundsätzlich zu klärende Fragen nicht besprochen, ist dies zu Beginn der ersten Coachingsitzung nachzuholen.

Diese Grundlagen haben Einfluss auf die Wirkung und den Erfolg des Coachings. Evtl. ist hierfür ein weiterer Termin anzusetzen. Im Coaching ist es wichtig, frühzeitig ethische Fragen zu klären, vor allem, wenn der Prozess vom Klienten gewünschte und bewusst herbeigeführte Veränderungen beinhalten soll.

„Wie weit will und darf der Klient verändert werden?“ Dies muss für beide Seiten zufriedenstellend und deutlich beantwortet werden.

In der Regel wird das Problem der absichtlich herbeigeführten Veränderung so gehandhabt, dass der Klient auf Grund seines Anliegens dem Coach das Recht zubilligt, ihn innerhalb eines definierten Rahmens bewusst zu beeinflussen. (Im Coachingprozess wird der Klient nicht beeinflusst und nicht verändert. Jedoch ist es möglich nach vorhergegangener Absprache das Coachingsetting zu verlassen und in eine Beratungseinheit zu gehen. Dies ist dem Klient anzuzeigen und es ist zu klären ob er dieses Wissen benötigt. Z.B. Ernäh- rung, Bewegung, Einstellungen, ...) Dazu sind auch die möglichen Auswirkungen eines derart initiierten Entwicklungs- bzw. Veränderungsprozesses anzusprechen. Die schließlich erreichten Ergebnisse können dann am Ende des Prozesses in der Abschluss-Sitzung thematisiert werden.

Das Erstgespräch darf in seiner Bedeutung für den gesamten Prozess nicht unterschätzt werden, da es die Basis für das weitere Vorgehen darstellt und somit richtungsweisend für die Beratungsbeziehung sein wird.Insbesondere sollte der Coach darauf hinweisen, dass er als Prozessberater dem Klienten keine Aufgaben oder Verantwortung abnimmt. Im Vordergrund steht die interaktive Zusammenarbeit auf Augenhöhe und nicht der "Vollzug" einer Dienstleistung. Ebenfalls empfiehlt es sich darauf hinzuweisen, dass der Coach für keinen konkreten Erfolg der Coachingmaßnahme haftet, da die Individualität des Coachingprozesses nicht vorhersehbar ist.

Die Rahmenbedingungen des Beratungsprozesses sollten in einem Vertrag schriftlich fixiert werden (Ort der Treffen, Zeitdauer der Treffen, Anzahl der Treffen, Vertrag, Kosten, Zahlungsmodalitäten, Kontaktformen (persönliches Gespräch, Telefon, Skype, e- mail)).

Können diese Punkte zufriedenstellend für beide Seiten geklärt werden, ist eine Basis für eine Zusammenarbeit gegeben, kann der Coachingprozess begonnen bzw. fortgeführt werden. Ist hingegen nicht zu erwarten, dass eine gemeinsame Grundlage gefunden werden kann, sollte der Prozess mit einer entsprechenden Begründung beendet werden (vgl. Rauen).

Im Gesundheitscoaching ist zu klären, ob sich der Klient in ärztlicher Behandlung oder in einer Therapie befindet. Auch medikamentöse Therapien müssen angesprochen werden. Der Coach hat hier eine Lotsenfunktion und arbeitet mit Ärzten und Therapeuten zusammen.

Der Coachingprozess nach der Karlsruher Schule

(vgl. Berninger-Schäfer, 2011)

Der Coach ist der Lotse durch den Prozess. Er steuert das Coachinggespräch von der Anliegenklärung über die Situationsbeschreibung zur Ziel- und Lösungsfindung. Entscheidend für den Prozess ist der Übergang vom Problem- in den Lösungszustand.

Der Ablauf des Coachinggesprächs wird über 4 Phasen gesteuert:

Anliegenklärung, Situationsbeschreibung, Zielfindung und Lösungssuche

1. Anliegenklärung

Im Coachingprozess wird zuerst das konkrete Anliegen des Klienten geklärt, denn dies gibt eine Orientierung für die weitere Gesprächssteuerung. Allein die Benennung eines Themas ist nicht ausreichend für die Beschreibung des Anliegens und den Beginn der Situationsanalyse. Es muss geklärt werden, auf welche Aspekte des Themas sich die Analyse beziehen muss. Das Thema muss konkretisiert werden. Erst die Benennung des konkreten Anliegens klärt den Auftrag des Coachs für die aktuelle Sitzung. „Hierzu wird den Fragen nachgegangen, was der Klient in der aktuellen Coachingeinheit erreichen will oder mit welchem Ergebnis er aus dem Gespräch herausgehen möchte.“ (Berninger-Schäfer, 2011, S.85).

Zuweilen sind die Anliegen des Klienten infolge seiner eingeschränkten Wahrnehmung relativ diffus (Führungsprobleme, nachlassende Motivation, allgemeines Unbehagen, mangelnder Überblick usw.) und müssen erst gemeinsam herausgefunden werden. Besonders bei der Anliegenklärung muss ausführlich und genau vorgegangen werden, da die Verfolgung von "Scheinzielen" das Coaching nutzlos macht. Der Coach ist daher gut beraten, sich hier genügend Zeit zur Klärung zu nehmen. Somit können sich bereits hier im gemeinsamen Dialog Wahrnehmungseinschränkungen als eigentliche Ursache mancher Probleme feststellen lassen. Oft muss ein Coachingprozess, der einen anderen Themenschwerpunkt hat, erweitert und erneut vereinbart werden.

Zu Beginn bietet sich das Tool „Systemische Fragen“ an. Auf wertschätzende und achtsame Art (Appreciative Inquiry = wertschätzendes Interview) wird der Klient eingeladen, durch einen Perspektivenwechsel sein Gesundheitsthema genau zu be- schreiben und zu erkunden. Das wertschätzende Interview ermöglicht gerade zu Be- ginn eines Coachingprozesses, Ziele, Entwicklungsoptionen, Ressourcen, gute Erfah- rungen, Verbindungen zu den übrigen Lebensprozessen eingehend zu erforschen bis der Coach weiß, was der Klient will und was der Klient meint. Interventionsmethoden in dieser Phase sind das aktive Zuhören, Paraphrasieren, Verbalisieren und Spiegeln.

2. Situationsbeschreibung

„Je konkreter das Anliegen benannt wird, desto zielführender kann die Situationsana- lyse erfolgen. Eine erschöpfende Analyse ist im systemisch-lösungsorientierten Coaching nicht notwendig.“ (Berninger-Schäfer, 2011, S.86). Der Coach sammelt bei der Situationsbeschreibung in kurzer Zeit möglichst viele Kontextinformationen, die für die Ziel- und Lösungsfindung notwendig sein könnten.

„Entscheidend ist, dass am Ende der Coachingsitzung klare Handlungsideen der Klienten für den Transfer in den Berufsalltag stehen. Eine ausführliche Ursachenanalyse ist kein Ziel für eine Coachingsitzung, sondern nur Mittel zum Zweck der Ziel- und Lösungsfindung.“ (Berninger-Schäfer, 2011, S.86)

3. Vom Problemzustand zum Lösungszustand

Durch die Beschreibung und Analyse der problematischen Situation findet eine Problemfokussierung statt. Aus diesem Musterzustand heraus fällt es dem Klienten schwer, über Ziele nachzudenken und Lösungen zu finden oder alternatives Verhalten zu zeigen. Die Aufgabe des Coachs ist es, dem Klienten behilflich zu sein, in einen inneren Zustand zu kommen, der Ziel- und Lösungsarbeit ermöglicht.

Es bietet sich an, mit den Interventionen Ressourcenaktivierung oder Visionsarbeit über die Zukunftsfrage („Wunderfrage“) zu arbeiten, da hiermit eine Musterzustandsänderung erreicht wird, aus der heraus weitergearbeitet werden kann.

4. Zielfindung - Zielkonkretisierung - Zielvereinbarung

Die klare Zielformulierung bildet in jeder Coaching-Sitzung einen Schwerpunkt: Wenn die zunächst vom Klienten genannten Ziele weniger seine eigenen als vielmehr die seiner Organisation sind, kann dies problematisch sein: Individuelles Coaching setzt voraus, dass die Ziele des Klienten verfolgt werden. Ein Coaching kann daher nur sinnvoll fortgesetzt werden, wenn die individuellen Ziele im Vordergrund stehen oder zumindest mit denen der Organisation übereinstimmen. Die gemeinsam gefundenen Ziele und erste Lösungswege werden dann als Teil des Arbeitsplans festgehalten. Diese Dokumentation erlaubt es Coach und Klient gleichermaßen, die Übersicht im Prozess zu behalten und eine abschließende Evaluation am Ende des Coachings vornehmen zu können.

Der Coach achtet im gesamten Prozess darauf, welcher Art die Ziele des Klienten sind. Hier können End- und Leistungsziele unterschieden werden. Die Leistungsziele liegen dabei im Einflussbereich des Klienten selbst, die Endziele hingegen können nicht direkt erreicht werden, sondern sind noch von äußeren Faktoren abhängig. Oft bauen die Endziele auf einem oder mehreren Leistungszielen auf, was jedoch nur bedeutet, dass Leistungsziele notwendig, aber nicht hinreichend für Endziele sein können.

Obwohl somit der Fokus im Coaching auf die selbst beeinflussbaren Leistungsziele gerichtet ist, sollten die Endziele dennoch nicht ausgeklammert werden, da gerade von diesen oft ein erhebliches Maß an Motivation und Orientierung ausgeht. Beim Festlegen von Zielen sollten weiterhin klare Prioritäten erarbeitet werden, um möglichen Zielkonflikten vorzubeugen, z.B. wenn der Klient zwar eigentlich partizipativ führen möchte, aber gleichzeitig eine Ausweitung seiner persönlichen Macht anstrebt. Die Auseinandersetzung mit derartigen Konflikten und Widersprüchen ist dabei schon der erste Schritt zum Erkennen möglicher Lösungen. Oft stehen hinter Zielen bestimmte Werte und Absichten, die der Klient – meist unbewusst – verfolgt. Daher ist es wichtig, diese persönlichen Werte und Absichten zu identifizieren und bewusst zu machen. Durch das Erkennen der eigenen Werte und Wertungen wird es möglich, die Ziele in eine ordnende Hierarchie einzuteilen und Unstimmigkeiten zu erkennen.

Methodisch wird die Visionsarbeit mit einer Ressourcenaktivierung oder einer Zukunftsfrage eingeleitet, die die Erarbeitung einer idealen Situation – einer Vision ermöglicht. Aus dieser positiven Vision werden konkrete Zielkriterien entwickelt.

Für die Zielfindung muss der Klient in einen Lösungszustand gelangen, denn nur dann bekommt er Zugang zu seinen Ressourcen und zu kreativen Lösungsmöglichkeiten. Über Ressourcen- und Visionsarbeit kann der Musterzustand auf die aktuelle Problem- situation übertragen werden. Bei der Zielfindung wird nach Kriterien gesucht mit denen der Klient erkennt, dass er in seinem positiven Musterzustand in seinem beruflichen Kontext agiert. Die entsprechende Frage hierfür ist: „Woran werden Sie erkennen, dass Sie in ihrem Wunschszenario angekommen sind (oder sich ihm nähern)?“ Hin- weise auf Zielmerkmale und Lösungsmöglichkeiten leiten zur Zieldefinition über. Wichtig ist, dass bei vielen Zielen festgelegt wird, auf welche sich die aktuelle Sitzung beziehen soll. („Mit was will der Klient nach Hause gehen?“) Ziele beziehen sich auf das Hier und Jetzt und werden nach der SMART-Regel gesucht und formuliert (spezifisch, situationsbezogen messbar in Quantität und Qualität, attraktiv und herausfordernd, realistisch und mit Anstrengung erreichbar, termingerecht mit klarem Zeitplan). Weitere Adjektive für Ziele sind positiv formuliert, verständlich, relevant, moralisch, lockend, umweltverträglich akzeptiert, protokolliert. (vgl. Berninger- Schäfer, 2011)

5. Lösungssuche und Umsetzungsplanung (Erste mögliche Schritte)

Erst wenn die konkreten Ziele festgelegt sind, kann mit der Lösungssuche begonnen werden. Dies geschieht über das Anknüpfen an Ressourcenerfahrungen, Perspektiv- wechsel und andere systemische Interventionstechniken. Nur wenn gewohnte Denk- und Handlungsmuster unterbrochen werden, können Alternativen und neue Handlungsstrategien zur Lösungsfindung entdeckt werden. Durch die Planung konkreter Umsetzungsschritte wird der Weg zur Lösung konkret. Für den Coachingablauf verwendbare Coachingtools werden im Anhang beschrieben.

Das Ende der Coachingeinheit ist erreicht, wenn die Entscheidungen zusammengefasst sind und eine Rückkopplung zum Coachinganliegen stattgefunden hat. Der Klient bewertet, inwiefern sein formuliertes Anliegen bearbeitet wurde und wie effektiv die Coachingsitzung für ihn war.

 

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Andrea Kirstätter, MBA
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